Zuwanderungspolitik: Vorbild Australien

Australien macht’s vor. Es hat einige massive Probleme, die uns bekannt vorkommen sollten: Ueberalterung und viel zu wenige gut ausgebildete Fachkraefte. Allerdings ist der Loesungsansatz der Labor-Regierung von Kevin Rudd in Melbourne deutlich offensiver. Sie erhoeht die Quote fuer Visa um 30%, auf 300.000, so die Presse. Bei rund 20,5 Millionen Einwohnern, wohlgemerkt.

Die Probleme, die aus dem Fachkraeftemangel erwachsen sind, sind dermassen massiv (zu wenig Piloten, zu wenig Krankenhauspersonal, Wohnungsnot wegen zu wenig Bauarbeitern, um nur drei zu nennen) – und die Arbeitslosigkeit ist sehr niedrig, das muss auch erwaehnt werden -, dass nicht einmal die am weitesten links stehenden Gewerkschaften dagegen sind. Ueberraschend, dass eine Labor-Regierung so schnell den Forderungen der Wirtschaft nachkommt, muesste man meinen – ist es aber auf Grund der gewaltigen Probleme nicht.

Die konservative Regierung unter Ron Howard hat versagt, diese Probleme anzugehen, und jetzt muss umso drastischer reagiert werden. Was spannend ist, ist dass wir in Oesterreich (wenn nicht generell in Europa) noch nicht so weit sind. Noch. Die Bevoelkerung wird immer aelter, Krankenschwestern werden oft aus dem Ausland angeworben. Noch ist es nicht so gravierend, gar keine Frage. Allerdings sind die Symptome erschreckend aehnlich.

Australien reagiert und will, von den 300.000 freien Plaetzen fur Einwanderer, mindestens 31.000 fuer neue Fachkraefte reservieren. Allerdings ist ihre Not schon so gross, dass sie oft auch schon eine halbe Qualifizierung fuer gut genug befinden (muessen). Wir sollten es in Oesterreich nicht soweit kommen lassen. Die Zahlen sind natuerlich veraenderbar, aber der Grundgedanke aus Melbourne ist richtig. Und wenn wir uns aussuchen wollen, wen wir reinlassen, muessen wir es auch fuer hochqualifizierte Arbeitskraefte attraktiv machen, zu kommen.

Was freilich schwer umzusetzen sein wird, mit den blau-orangen Klaeffern und einem aus allen Rohren gegen die boesen „Auslaender, die uns die Arbeitsplaetze wegnehmen“ schiessendem Boulevard… Aber sind wir eine Demokratie oder eine Mediakratie?

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2 Comments on “Zuwanderungspolitik: Vorbild Australien”


  1. wenn Werner Faymann Bundeskanzler ist eindeutig in einer Mediakratie.

    doch blorange wird siegen leider…

  2. denkbar Says:

    naja, auch Faymann wird erst beweisen muessen, dass er neben grinsen und geld fuer inserate ausgeben noch was anderes kann… aber da bin ich wohl verzweifelter optimist ;-)


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