Posse der Genossen (und ein Gedanke zur Zukunft der EU)

Die Idee von Faymann und Gusenbauer, bei Vertragsaenderungen das Volk zu befragen, ist grundsaetzlich vertretbar. Auch mit dem Herrn Dichand brieflich zu verkehrern ist grundsaetzlich vertretbar. Was aber zum Speiben ist, ist der Kniefall vor jener „Zeitung“, die eigentlich bloss zu hartes Klopapier darstellt. Ist die Politik etwa ein Limbo-Tanz?

Ich war Faymann gegenueber schon anfangs skeptisch, das hier bestaetigt meinen Verdacht. Gut, der OeVP gegenueber hat er bei der Pensionsautomatik standgehalten, aber das war auch keine allzu grosse Herausforderung.

Wovon mich dieses Affentheater aber immer mehr ueberzeugt, ist, dass wir ein „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ brauchen. Warum nicht? Ein Kerneuropa fuer jene, die willens sind, kleine nationale Interesse zum Wohle der groesseren Idee zu opfern, und jene, die das nicht wollen. Das waere gelebter freier Wettbewerb, der von der EU ja propagiert wird. Wir werden ja sehen, welches Modell fuer die Menschen besser ist. Wichtig ist vor allem, dass die fortschrittlichen Statten nicht von den langsamen bei allem und jedem blockiert werden. Man soll Klenstaaten zwar nichts aufs Auge druecken, aber genausowenig geht es an, dass zB 750.000 Iren die Zukunft von 451 Millionen Europaeern bestimmen. Vor allem aber ist ein Kerneuropa unsere einzige Chance. Die globalisierte Welt ist mit kleinstaatlichen Einfluessen nicht mehr handhabbar. Wenn wir Europaeer eine Chance – und auch Gewicht – haben wollen, muessen wir mit einer Stimme sprechen. Welches Modell am Ende besser geeigent ist, werden wir ja sehen – und am Ende doch das selbe haben, denn wie sollen Staatschefs vor ihren Buergern rechtfertigen, sie vom besseren fernzuhalten? Nein, ein Kerneuropa koennte sogar eine Wirkung haben, wie einst die EU auf den gerade erst befreiten Ostblock, wie schon Georg Hoffmann-Ostenhof im Profil schrieb.

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2 Comments on “Posse der Genossen (und ein Gedanke zur Zukunft der EU)”

  1. lupe Says:

    ein so grosses gebilde wie die eu, mit immer mehr staaten, kann leider nicht nach dem individualisierungsprinzip mitgliedschaften definieren. denn zwei geschwindigkeiten würden den wunsch nach einer mittellösung wecken, was wiederum …

  2. denkbar Says:

    naja, warum nicht? dann gibt es eben das modell mit mehr individualität, und das mit mehr zusammenarbeit. und die regierung schau ich mir an, die ihrem volk erklärt, warum sie es dauerhaft vom erfolgreicheren fern hält. freier markt der ideen.


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